Fantastische Geschichten von unterwegs

Autor-Archiv

A little less conversation…

karne-was

Eines Abends sitzt Zillah alleine in der Feuerwache. Der Umzug ist gerade erfolgreich bewältigt, aber es ist doch noch eher eine Ansammlung von Kisten und Baustellen als ein Hauptquartier. Krabat ist bei seinen Schwestern und Peer „erledigt einige wichtige Dinge“… Während sie gerade ihre diversen Utensilien – diverse Steine mit eingeritzten Zeichen, einige Pergamentstücke mit längeren Textpassagen, diverse Anhänger aus unterschiedlichen Metallen – in ihrem Zimmer anbringt, findet sie in der Kiste ganz unten ihre einzigen Andenken an „früher“, ein Notizbuch und einen Klumpen Lehm, in dem die Kontur eines Auges zu erkennen ist. Sie hält den Klumpen fest in ihren Händen, schließt die Augen und wartet eine Weile bis sich ein warmer Feuerschein um sie herum bildet. Ein Arm legt sich auf ihre Schulter während Zillah beginnt in ihrem Buch den letzten Eintrag zu lesen:

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Nachts in der Negev

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Suha schimpft leise vor sich hin, während sie durch die Negev marschiert. „Blödes Überlebenstraining, blöder Mendel! Und dann ausgerechnet am heißesten Tag des Jahres!“ Alle anderen ihrer Einheit sind verschwunden. „So muss so ein Orientierungsmarsch natürlich laufen! Direkt nach 2km sind die ersten zu blöd zum Navigieren, dann biegt man falsch ab und landet mitten in einem Blindgängerfeld. Wenn die Armee so weiter macht, brauchen sie die Radikalen gar nicht um Israel auszurotten. Was für Vollpfosten!“ (mehr …)


Ins Nichts…

insnichts

„Bubele, lass‘ Dich doch nicht von denen ärgern. Du bist meine wunderbare, kluge und wirklich liebenswerte Tochter, da können die anderen in der Schule sagen, was sie wollen.“
„Aber Papa, die hänseln mich, ziehen mich an den Haaren und dann laufen sie weg. Und sie wissen ganz genau, dass ich nicht so schnell bin…“ schluchzt Suha. Ihr Vater hatte an diesem Tag zu Hause in seinem Studierzimmer gearbeitet und konnte sie deswegen trösten, als sie wieder weinend aus der Schule nach Hause kam. (mehr …)


Cornuus Ingentis

cornuusingentis

Floki nimmt den mitgebrachten Winkelschleifer in die Hand, schaltet ihn ein und setzt am ersten Horn an. Während der Sägestaub fliegt und nach verbranntem Haar stinkt, senkt sich die Schleifscheibe in das Material und trennt das Horn vom Kopf den widerspenstigen Kapitäns. Dann noch ein zweites Mal und ein drittes Mal. Lediglich das letzte spitz nach oben stehende Horn verbleibt seinem angestammten Ort, einem fluchenden Häufchen Elend, das sonst eher die Gestalt eines stattlichen Trolls hat. Tolstoy sieht dem Gequälten dabei zu, wie er immer kleiner wird, aber wie sich auch immer mehr Wut in ihm sammelt.

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Riders on the storm

storm

Seit Tagen nun regnet es in Hamburg ununterbrochen. Auf der See toben unerbittliche Stürme. Kein Tagesgeschäft mehr möglich, liegt der Hamburger Hafen brach wie eine Geisterstadt. Nicht einmal mehr die Flaggen an der Einfahrt zum Hafenbecken wurden noch eingeholt und trotzen den Orkanböen mit ihren letzten Fetzen. Auf der Reeperbahn drängen sich Massen von Gestalten. In den Ecken der Seitenstraßen die Junkies, mehr oder weniger Betuchte in den Amüsierbetrieben oder in den Warteschlangen davor und der Abschaum, der liegt völlig betrunken, benommen, sei es vor Hunger oder nur der üblichen Lethargie fröhnend, in der Gosse.

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There is no octopussy at all

octopussy

„Dieser Auftrag ist zunächst mir ein persönliches Anliegen. Ein Frachtcontainer, der in diesen Tagen im Hamburger Hafen angelandet ist und von mir georderte Ware beinhaltet, ist aus unerfindlichen Gründen verschwunden. Im Lagersystem ist er als am Lager befindlich gelistet, eine Kameraaufnahme dieses Lagers zeigt jedoch, dass dem offensichtlich nicht so ist. Findet den Container und sichert ihn. Ich möchte keine Zeugen und auch keine potenziellen Gefangenen. Zu deren persönlichem Befinden sollte sich keiner dieser Wichser mehr lebendig im direkten Umfeld meiner Ware befinden.“

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Hier kommt Kalle

kalle

Zu dritt machen wir uns am späten Nachmittag auf den Weg zu diesem „Arzt“, den wir kurz zuvor in einer ausführlichen Kontaktliste gefunden haben, die sich bereits im Haussteuerungssystem hinterlegt war. Wenn das Haus schon unverschämt komfortabel ist, scheinen die Infos wohl sehr viel verlässlicher als alle Ergebnisse, die man als ahnungsloser Neuling in dieser Stadt selbst finden kann. Noch ein kurzer Anruf und der Termin steht.

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We can’t stop here, this is Воры country

country

Sie haben Ihr Ziel erreicht.

Nach kurzer Zeit kommen wir an einem Haus, das unser Navi als Ankunftspunkt markiert hat, an und fahren hinab in die dazugehörige, in dieser Gegend schon beinahe unverschämt luxuriöse, Tiefgarage. Wir befinden uns gerade wohl in dem einzigen wirklich bewohnbar wirkenden Gebäude, ein freistehendes Familienhaus, sogar mit einem kleinen Garten hinter einer Hecke. Eine Stimme über die Freisprechanlage unseres Autos kommentiert:

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Auf der Flucht

flug

„Wir verlegen nach Hamburg, Sie kommen mit uns, um unterzutauchen. Zu Ihrer Tarnung werden Sie sich in Hamburg mit ‚Kalle‘ treffen. Er ist Kontaktmann zu den Lobatchevskis. Dort werden Sie für Kalle einen Auftrag übernehmen.“

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Am Morgen

morgen

Völlig benommen schlurft Katha vom Bett in Richtung Küche. Sie füllt neues Wasser in den Tank, drückt den Knopf – es beginnt zu surren – und packt irgendwie eines der Pads aus der Dose in den Träger und diesen in die Maschine. Dann wankt sie erstmal weiter ins Bad, lässt sich auf dem Klo nieder und starrt den riesigen Zeitschriftenberg auf dem Beistelltisch an. Dann geht es wieder zurück in die Küche, der Kaffee wartet…

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